
Sterbegleitung
- Abschiedskultur in der Seniorenbetreuung Haus Blandine
- Abschiedskultur im Heim
- Abschiedskultur und Palliative Pflege
- Abschiedskultur und Hospizphilosophie
„Der Tod ist eine Grundgegebenheit unserer Existenz“
(Thomas Mann)
Der Zug des Lebens.pps (949 KB)
Abschiedskultur in der Seniorenbetreuung Haus Blandine
Für professionell Pflegende ist die Begleitung sterbender Menschen allgegenwärtig und außergewöhnlich zugleich. Dieser Herausforderung wollen wir systematisch begegnen und dem Sterben in unserem Hause durch eine Abschiedskultur eine angemessene Stelle geben.
Abschiedskultur im Heim
Eine Abschiedskultur umfasst mehr als die Sterbebegleitung eines Menschen, sie fängt vielmehr beim Einzug in unser Haus statt.
Ins Heim kommen alte Menschen, die den überwiegenden Teil ihres Lebens gelebt haben. Bewohner, Angehörige und auch Pflegende wissen, dass das Leben der Bewohner hier enden wird. Dies macht den Unterschied zum Hospiz aus. Menschen, die ihre letzte Lebensphase in einem Hospiz verleben, haben eine finale Diagnose und haben die bewusste Entscheidung getroffen, dort zu sterben.
Abschiedskultur und Palliative Pflege
Eine palliativ pflegerische und medizinische Betreuung beinhaltet, dass es bei der Versorgung eines Menschen nicht mehr primär um Heilung geht sondern dem Menschen ein Dasein mit möglichst hoher Lebensqualität zu ermöglichen; dazu gehört besonders Schmerzfreiheit. Palliative Pflege beinhaltet auch die Therapeutische Behandlung von Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Atemnot.
Abschiedskultur und Hospizphilosophie
Die Bedürfnisse und Wünsche des Bewohners stehen im Vordergrund; der Bewohner soll möglichst viel entscheiden dürfen und einen hohen Grad an Wahlfreiheit haben. Neben der pflegerischen und medizinischen Versorgung soll es dem Bewohner auch geistig und seelisch gut gehen. Vorraussetzung ist die Zusammenarbeit aller beteiligten Berufsgruppen.
Nach dem Versterben eines Bewohners ist es ein Teil der Abschiedskultur, die Hinterbliebenen ein Stück weit zu begleiten. Ein weiterer Aspekt ist es, Pflegende nicht alleine zu lassen, sondern Unterstützung in Form von Fallbesprechungen und Bildungsmaßnahmen anzubieten.
Welche Vorbereitungen sind zu treffen?
- Eine Koordinationsperson ist im Hause benannt (Frau Ellenruth Burbach)
- Einsatz freiwilliger Helfer
- Kontaktaufnahme zu kompetenten Medizinern
Was sind die Kriterien aus der Hospizphilosophie?
- Wünsche und Bedürfnisse des Bewohners stehen im Mittelpunkt
- Wertschätzende Haltung aller Mitarbeiter des Hauses
- Einbeziehen der Angehörigen sowie deren Trauerbegleitung
- Begleitung der professionellen Helfer
- Interdisziplinarität (Zusammenarbeit aller Berufsgruppen)
Was gehört zu den Instrumenten einer Abschiedskultur in unserem Haus?
- Datenerhebung und Dokumentation über die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner
- Information für Bewohner und Angehörige über die Abschiedsgestaltung im Haus
- Anamnese
- Standard Schmerz
- Fortbildungsveranstaltungen für Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer
- Vermittlung seelsorglicher Angebote
Wie sieht die Abschiedskultur in unserem Haus aus?
- Datenerhebung und Dokumentation bezüglich der Wünsche und Bedürfnisse eines Bewohners hinsichtlich seines Todes sind parallel zur Fertigstellung der Pflegeplanung erfasst und festgehalten
- Wenn gewünscht, wird in der finalen Phase auf eine Verlegung in ein Krankenhaus verzichtet
- Angehörige haben die Möglichkeit, beim Sterbenden zu bleiben, angeboten werden ihnen Getränke, Mahlzeiten und Ruhemöglichkeit.
- Auf Wunsch wird ein Geistlicher bestellt zur Krankensalbung. In den einzelnen Wohnbereichen gibt es Versehgarnituren, diese sind aufzustellen in einem würdig, den Wünschen des Bewohners entsprechend, gestalteten Zimmer. Kerzen dürfen jedoch nur in Gegenwart von Mitarbeitern oder Angehörigen angezündet werden. Bei einer Krankensalbung ist immer zumindest ein Mitarbeiter anwesend; HL / PDL nehmen nach Möglichkeit auch teil
- Wenn gewünscht, wird Bewohnern und Mitarbeitern die Gelegenheit gegeben, sich zu verabschieden
- Wenn ein Sterbender in einem Doppelzimmer wohnt, wird dem Zimmernachbar ein Verlegung in den RzbV angeboten
- Nach dem Versterben wird der Bewohner seinen Wünschen entsprechend gekleidet und verbleibt bis zum Abholen durch das Bestattungsinstitut in seinem Zimmer.
- Den Angehörigen, Bewohnern und Mitarbeitern wird ein Abschiednehmen ermöglicht
- Ein Mitglied der Leitung und nach Möglichkeit ein Mitarbeiter des Wohnbereiches nehmen an der Beisetzung teil; ein Blumengesteck dient als letzter Gruß der Seniorenbetreuung
- Es wird für den Verstorbenen ein Rosenkranzgebet im Hause gesprochen
- Ein Foto des Verstorbenen wird in den einzelnen Wohnbereichen in der Gedenkecke angebracht
- 1x jährlich im November findet für alle Verstorbenen des Jahres ein Gedenkgottesdienst statt, zu dem die Angehörigen eingeladen werden
Wer ist verantwortlich?
Heimleitung, Pflegedienstleitung, Frau Burbach, Frau Hellenbrand und alle Mitarbeiter des Hauses.